Darmtherapie

 

Unser Darm, vor allem der Dünndarm, enthält zu 80 % das für Stoffwechsel und Immunsystem maßgebliche Lymphgewebe. Normalerweise arbeitet diese System recht gut. Kommen aber Faktoren hinzu, die den Darm überlasten oder sogar schädigen, dann kann dies zu Symptomen führen, die zunächst nicht unbedingt auf den Darm hinweisen. Die Naturheilkunde geht davon aus, dass bestimmte Faktoren das Darmmilieu verändern können. Diese Faktoren können sein: Stress, hektische Mahlzeiteneinnahme, unzureichendes Kauen, spätes oder schweres Essen, falsche Nahrungsmittel, Zusatzstoffe, zu viel Zucker und Medikamenteneinahme. Aber nur ein gut funktionierender Darm ist in der Lage, die ihm angebotenen Nährstoffe aufzunehmen. In meiner Praxis wird daher der Darm immer mit berücksichtigt.

Der Darm ist zwar ein in sich geschlossenens System, dennoch spielen auch andere Organe wie Leber/Galle und Bauchspeicheldrüse bei der Verdauung eine Rolle und sollten im Zuge der Ganzheitlichkeit mit einbezogen werden. Denn nur so kann das Zusammenspiel unseres Körpers in Einklang gelangen.

 

Was kann denn passieren, wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist ?

 

Ist das Bakteriengleichgewicht im Darm erst einmal gestört, können sich neben Blähungen und Unwohlsein auch noch weitere Beschwerden oder sogar Erkrankungen einstellen. Eine gestörte Darmflora beispielsweise kann die empfindliche Darmschleimhaut nicht mehr ausreichend schützen. Dadurch kann diese unter Umständen zu Entzündungszuständen neigen. Jede Entzündung aber bedeutet, dass diese Darmschleimhaut ihre Barrierefunktion gegen bestimmte Stoffe und Keime schlechter aufrecht erhalten kann. Sie wird durchlässiger für Stoffe, die unseren Darm eigendlich verlassen sollten und gelangen in das Blut. Daraus resultieren dann einige Allergien bzw. Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis hin zu Hautstörungen. In der Naturheilkunde bezeichnet man diesen Zusammenhang als Leaky-Gut-Synddrom

 

 

Früher wurden die naturheilkundlich Arbeitenden bezüglich der Darmsanierung belächelt, heute gibt es aber immer mehr Ärzte, die die Wichtigkeit und die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Darm erkannt haben. So gibt es auch einige Studien, die dies belegen können. So zum Beispiel eine Studie von 2013. Hier wurden die Zusammenhänge von Darmflora und Depressionen beleuchtet.

 

         Darmflora und Depressionen

 

Bei entzündlichen Vorgängen in unserem Darm verbraucht sich z.B. die Aminosäure Tryptophan. Aber gerade Tryptophan wird vom Körper benötigt, um Serotonin herzustellen. Und Serotonin wird für unsere Stimmung gebraucht. Fehlt nun dieses Serotonin, oder wird nur in geringen Mengen hergestellt, kann der Mensch depressiv werden. ( Nachzulesen in der Fachzeitschrift Gstroenterology Juni 2013 )

 

Darmflora und Antibiotika

 

Das Antibiotika auch Einfluss auf den Darm haben kann, ist nicht nur der Naturheilkunde bekannt. Durch meinen Einsatz in der Kinderklinik habe ich sehr oft die Erfahrung gemacht, dass Antibiotika oft mit einem Durchfall einhergeht. Nicht bei jedem ist dies schlimm und bessert sich meist. Der Darm erholt sich augenscheinlich wieder. Hat man aber eine Stuhlprobe des Kindes vor und einige Zeit nach einer Antibiotikagabe verglichen, dann kann man erkennen, dass sich die Flora des Darmes verändert hat und die Kinder anfälliger waren für Infekte. Ein sehr schönes Beispiel sind die, trotz Antibiotikagabe, immer wiederkehrenden Mittelorentzündugen bei Kindern. Daher ist es wichtig, den Darm nach so einer Behandlung ( die durchaus auch mal nötig ist )  wieder aufzubauen. 

 

Wie kann man einen Darm aufbauen ?

 

Mit sogenannten Probiotika. Um einen guten Therapieerfolg zu erlangen, vor allem bei chronischen und schwerwiegenden Erkrankungen , hat die Naturheilkunde und auch meine Erfahrung gezeigt, das es nötig ist, diese Therapie mind. 6 Monate bis zu einem Jahr durchzuführen. Davor sollte eine Stuhlanalyse gemacht werden. Kinder erhalten oft andere Zusammensetzungen als Erwachsene, deshalb rate ich von einer Selbstbehandlung ab. In diesem Zusammenhang hat die Naturheilkunde gute Erfahrungen gemacht, in eine Darmtherapie auch eine orthomolekulare Behandlung  (Gabe von Vitaminen und Mineralstoffe ) mit einzubeziehen. Diese sollte aber nur zielgerecht ( nach einer Analyse ) und einer individuellen Dosierung erfolgen.

Müssen es denn immer Präparate sein ?

 

Nein, die Natur bietet uns eine Menge an Stoffen, die sich ebenfalls positiv auf unsere Darmflora auswirken. In erster Linie spielt hier natürlich Ihre Lebensweise und Ihre Ernährung eine Rolle. Wie Sie diese verbessern können, ist Teil meiner Behandlung. Milchsauer vergorene Produkte können Sie jederzeit als Prophylaxe einsetzen. Je nach Ihrem Beschwerdebild ist es aber manchmal nötig, mit Präparate zu arbeiten, die den Darm geziehlt aufbauen sollen.  Bitte berücksichtigen Sie, das dieser Text bei anhaltenen Beschwerden nicht den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktike ersetzt.

 

 

Hinweis: Die vorgestellten naturheilkundlichen Diagnosen und Therapiemethoden sind dem Bereich der Alternativmedizin zuzurechnen. Die Methoden sind, obwohl sie erfahrungsgemäß wirken können, wissenschaftlich nicht anerkannt.